Digitalisierung: Wechselwirkungen zum Prozessmanagement (2)

In Teil 1 des Beitrags habe ich die ersten beiden Digitalisierungsstufen behandelt, die sich auf (Einzel-)Prozesse und Prozessketten beziehen.

Die dritte Stufe der Digitalisierung stellt Organisationen zusätzlich vor ganz andere Herausforderungen:

Stufen_DigitalisierungEin völlig neues (digitales) Geschäftsmodell soll prozessorientiert entwickelt und umgesetzt werden. Dabei werden häufig bislang unbekannte Verfahren (Prozesse und Projekte) benötigt, um Kundenbedürfnisse aufzudecken und in kurzen Iterationsschleifen zu validieren (vgl Steve Blank, Customer Development Approach):

  1. Customer Discovery – Achieve Problem/Solution Fit
  2. Customer Validation – Achieve Product/Market Fit
  3. Customer Creation – Drive Demand
  4. Company Building – Scale the Company

Die Kernfrage, ob ein Kundenproblem tatsächlich gelöst wird und der Kunde bereit ist, dafür Geld auszugeben, muss vor der eigentlichen Entwicklung und lange vor der „Produktion“ beantwortet sein. Erst dann wird schrittweise in den Aufbau von Prozessen und Organisation investiert, um die Effizienz zu steigern und eine Skalierung sicher zu stellen. So werden Änderungen der Kundenbedürfnisse und Marktrisiken schnell aufgegriffen.

Im Sinne einer Selbsteinschätzung mag jeder Digitalisierungsverantwortliche die Frage beantworten, wie konsequent Prozessverantwortung für die folgenden Prozesse Weiterlesen

BPM-Club größte Fachgruppe für Prozessmanagement im deutschsprachigen Raum

Bild: Vorlage von http://de.forwallpaper.com

Bild: Vorlage von http://de.forwallpaper.com

Die von BPM&O betriebene und moderierte Prozessmanagement-Community BPM-Club ist nun die mitgliederstärkste und aktivste Fachgruppe für Prozessmanagement, Organisationsentwicklung und prozessorientierte Unternehmensführung auf der Business-Networking-Plattform XING.

 

Sehr erfreulicher Mitgliederzuwachs

In den vergangenen beiden Jahren hatten wir pro Jahr einen Zuwachs Weiterlesen

Digitalisierung: Wechselwirkungen zum Prozessmanagement (1)

Digitalisierung ist eine lang bekannte Herausforderung im Prozessmanagement, wenn ich in einer ersten Stufe einzelne Prozesse automatisieren und die Effizienz, Schnelligkeit und Stabilität verbessern will. Diese Stufe (Digitale Prozesse, s. Grafik) stellt viele Unternehmen bereits vor spürbare Herausforderungen:

Stufen_DigitalisierungProzesse müssen inklusive aller Regeln und beteiligten Systeme harmonisiert und standardisiert werden. Medienbrüche müssen im Kontext der Prozesse eliminiert werden. Zusätzlich muss die Organisation (wenigstens teilweise) umgebaut und angepasst werden.

Bei diesen Aufgaben kann der operative Managementkreislauf der „Prozessmanagement Brille“ hervorragend unterstützen: Der Sollprozess wird auf der Grundlage operativer Prozessziele entwickelt. Unterschiede zum Istprozess werden mit Maßnahmen hinterlegt, Lücken werden geschlossen und Prozessausführung sowie -einführung werden geplant. Nach einer systematischen Einführung (Roll out) wird der Prozess gesteuert und entsprechend der Ziele verbessert (Prozess ausführen, messen analysieren, ggf. erneuter Kreislauf zur Verbesserung).

In einer zweiten Stufe, die in Deutschland vielfach mit der industriepolitischen Initiative „Industrie 4.0“ – andernorts mit dem „Internet of things“ bezeichnet wird, geht es um prozessübergreifende Effizienz- und Outputverbesserungen. Unter der Überschrift „vertikale bzw. horizontale Integration“ Weiterlesen