BPM braucht Zeit, um zu wirken

Zum Abschluss des Seminars Prozessmanagement-Grundlagen, das ich als Trainer am 21./22.08.14 in Lenzburg (Schweiz) absolvierte, äußerten die Teilnehmer ihr Feedback. Neben „lehrreich“, „pragmatisch“ und „mit guten Übungen versehen“ gab es auch die Meinung, dass „viele interessante Möglichkeiten und Ansätze für Verbesserungen aufgezeigt“ wurden, die mit Prozessmanagement erzielt werden können.

Feedback Grundlagen

 

Auf einer der Metaplan-Karten stand nur das Wort „Zeit“.

Auf Nachfrage erläuterte der Teilnehmer, dass die Anwendung von BPM viel Zeit benötigt, und für Schnellschüsse eher nicht geeignet ist.

Ja, die Einführung von Prozessmanagement als Führungsmethode braucht Zeit, denn mit dieser Einführung ist ein Kulturwandel verbunden. Die kulturelle Veränderung in einer Organisation erfordert oftmals ein Umdenken in den Köpfen aller Beteiligten. Nach unserer Erfahrung in Beratungsprojekten erstreckt sich dieser Kulturwandel über einen durchschnittlichen Zeitraum von drei bis sechs Jahren.

Daher ist es wichtig, gerade bei BPM-Projekten frühzeitig Quick-Wins zu definieren, die auf dem Weg vom IST zum SOLL erreicht werden sollen. Die Optimierung eines Pilot-Prozesses oder die Etablierung von Prozesszielen können mögliche erste Schritte sein, den Kulturwandel zu begleiten und zu befördern.

 

 

Verhaltensveränderungen brauchen Zeit.

Wenn ich mein Jacket anziehe, ziehe ich es über den linken Arm an. Dies geht zügig und benötigt kein langes Nachdenken. Angenommen, ich will trainieren, dass ich das Jacket über den rechten Arm anziehe – was schätzen Sie, wie lange ich bei täglichem intensivem Training (nach Ansicht von Wissenschaftlern) brauche, um mir das Jacket genauso zügig und ohne langes Nachdenken über den rechten Arm anzuziehen wie über den linken Arm? Tipp: Es geht um einen längeren Zeitraum als eine Woche. Ich freue mich über Ihre Schätzung als Kommentar.

 

Wie viel Zeit nehmen Sie sich für Organisationsveränderungen?

  • Ulf Reupke

    In der Position eines Entscheiders / Top Managers (nur der kann ja letztendlich die Frage nach dem Zeitumfang beantworten) würde ich zunächst folgende Gegenfragen stellen:

    Wenn ein ensprechendes „Vorhaben“ bzw. der Kulturwandel erfahrungsgemäß 3 bis 6 Jahre benötigt,
    – welche Risiken und Chancen entstehen dadurch?
    – ist der Erfolg am Ende messbar (qualitativ / quantitativ)?
    – gibt es überhaupt ein Ende oder ist das nicht ein kontinuierlicher Prozess?
    – sind Konflikte mit anderen Führungsmethoden zu erwarten, wie geht man damit um?
    – wovon ist die „Laufzeit“ überhaupt abhängig, gibt es beschleunigende Faktoren?

    Hierzu muss ein Prozessmanagement-Verantwortlicher in jedem Fall Antworten geben können..

    VG UR

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