Erfahrungen und Lernen teilen – mit Change Management auf dem Weg in eine prozessorientierte Unternehmensführung!

Haben Sie schon die Richtung zur Unternehmensführung der Zukunft eingeschlagen? Und welche ersten Schritte sind sie schon gegangen? Diese Fragen haben sich Teilnehmer von unterschiedlichen Unternehmen vor einigen Monaten gestellt und sind ein Stück gemeinsam gegangen.

Alex-beim-oe-colloquium9 Monate hat die Ausbildung gedauert – bei der Abschlussveranstaltung des Programms Prozessorientierte Organisationsentwicklung und Change Management der BPM&O Akademie am 09. Juni 2015 präsentierten die Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Projektarbeit und die Gäste ließen sich mitnehmen auf eine Reise durch verschiedene Aspekte der Organisationsentwicklung und des Change Management.

Wie passen Prozessmanagement und agile Führung zusammen?

Ganz klar eigentlich … in prozessorientierten Unternehmen übernehmen die Prozessbeteiligten die Verantwortung und organisieren, steuern und kontrollieren ihre eigene Arbeit. Dazu gehört natürlich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Führungskraft, die die Rahmenbedingungen dafür schafft. Ein neues Bild von Führung zeichnet sich ab – die Führungskraft als Dienstleister – noch Vision am Horizont, aber die Konturen werden schärfer. Diese spannenden Gedanken wurden uns von Christina Gemsa, Personal- und Kariere Beraterin und Kooperationspartnerin der BPM&O, nähergebracht.

„A fool with a tool …“ war der vielversprechende Titel eines weiteren Gruppenvortrags.

Jeder von uns kann diesen Satz zu Ende führen, doch ist das wirklich so und wenn ja wie kann man verhindern, dass sich der zweite Teil des Satzes bewahrheitet? Nun, es gibt vieles zu bedenken, bevor man ein Softwaretool einführt. Leider ist nicht nur meine Erfahrung, dass oftmals reflexartig nach einem Tool verlangt wird, sobald von Prozessmanagement die Rede ist. Dabei empfehlen selbst führende BPM Toolhersteller ein anderes Vorgehen bei dem die Toolauswahl und –einführung erst erfolgt, wenn Ziele, Rollen und Verantwortlichkeiten im Prozessmanagement geklärt sind und sich daraus die Anforderungen an ein Tool ableiten lassen. Eine gut strukturierte Herangehensweise hilft hier nicht nur in der Diskussion mit den oberen Führungsebenen.

„Wo ist Norden?“ … und was hat das bitte schön mit Unternehmenskultur zu tun???

Bild: www.pitopia.de

Wo Norden liegt, darüber lässt sich doch nicht streiten – oder doch? Jedenfalls zeigten die Teilnehmer des Colloquiums in ganz unterschiedliche Richtungen, als sie aufgefordert wurden mit geschlossenen Augen nach Norden zu zeigen. Sinnbildhaft für die unterschiedliche Interpretation einer eigentlich ganz eindeutigen Richtung, die sich bei näherem Hinschauen, doch nicht als so eindeutig herausstellt. In einem Unternehmen ist es jedoch immanent wichtig, dass alle in die gleiche Richtung schauen. Mit ganz veschiedenen Methoden (Fish Bowl, Rollenspielen etc.) wurde der Frage nach einer gemeinsamen Unternehmenskultur nachgegangen – sehr anschaulich, einprägsam und mit hohem Unterhaltungswert.

Und zu guter Letzt ein multimedialer Vortrag zum Thema „Handeln und Entscheiden in einem komplexen Umfeld“.

Puzzle_oe-colloquiumGeprägt von einer Vielzahl von, oftmals vernetzten Variablen, einer hohen Eigendynamik, gepaart mit Intransparenz zeichnen sich komplexe Strukturen darüber hinaus noch durch eine Vielzahl von Zielen (neudeutsch: Polytelie), deren Offenheit sowie Neuartigkeit aus.

Noch Fragen? Bestimmt, so ging es mir jedenfalls. Allerdings hat mir die Darstellung der Gruppe anschaulich gezeigt, warum uns entscheiden in komplexen Strukturen so schwerfällt.

Wie gehen sie mit Entscheidungen in komplexen Strukturen um?

Ein rundum gelungener Tag mit vielen interessanten Einblicken, Denkanstößen und Lust auf mehr.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die diesjährige Weiterbildung Organisationsentwicklung und Change Management. Konnte ich sie neugierig machen? Dann sehen wir uns vielleicht im November zum ersten Modul in Köln.